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Rechenknechte für den Konstrukteur

OpenGL Workstation Grafikkarten

Bei OpenGL schreitet der Wechsel zu NT weiter fort. Während Jurassic Park vor Jahren noch an Silicon-Graphics-Maschinen kreiert wurde, setzten die Filmemacher von Titanic bereits NT-Workstations ein.

OpenGL ist eine flexible Grafikschnittstelle, die viele professionelle Anwender nutzen. Neben dem wichtigen Anwendungsgebiet CAD gehört dazu auch die Visualisierung von technischen Modellen, Simulationen und Animationen. Bislang wurde dieser lukrative Markt von Silicon Graphics beherrscht. Zweifelsohne hat der Hersteller eine Pionierleistung in der Entwicklung der 3D-Technik und in der Standardisierung von OpenGL geleistet. Andererseits waren die hohen Workstation-Preise (über 100 000 Mark) und die Bindung an das Betriebssystem Unix dafür verantwortlich, daß sich die Konkurrenten etablieren konnten.

Während vor einem Jahr OpenGL-Grafikkarten für Windows NT noch ein Mauerblümchen-Dasein pflegten, sind die heutigen Lösungen, ob einzelne Grafikkarte oder komplette Workstation, eindeutig konkurrenzfähig. Der Grund, daß sich viele Anwender für NT 4.0 als Plattform entscheiden, liegt am besseren Preis-/Leistungsverhältnis. Selbst Silicon Graphics muß wieder Marktanteile gewinnen, und bietet neuerdings preiswerte Workstations für NT an.

Der Markt und die Preise

Zwar lassen sich im Markt für OpenGL-Grafikworkstations beziehungsweise entsprechenden -Grafikkarten sehr hohe Profite erwirtschaften, die Anzahl von Anbietern entsprechender Lösungen ist jedoch aufgrund der geringen Marktgröße sehr klein. So gibt es von 3D-Labs, Accelgraphics, Elsa und Diamond entsprechende Grafikboards. Bei den PC-Herstellern bieten Compaq, Dell, Hewlett-Packard, IBM, Intergraph und Siemens Produkte für dieses Highend-Segment an.

Die Redaktion untersucht in diesem Vergleichstest fünf leistungsfähige OpenGL-Grafikkarten sowie zwei NT-Workstations. Die Preisspanne aller getesteten Grafikkarten variiert zwischen 1 800 Mark und 5 000 Mark, bei den Workstations zwischen 25 000 und 35000 Mark. Schon deswegen sollten potentielle Kunden zunächst die Hardware-Anforderungen der eingesetzten OpenGL-Software studieren, um somit die optimale Karten- beziehungsweise PC-Lösung auswählen zu können. Zwar bekommt man von den Systemhäusern einen besseren Support, bei der Marke Eigenbau oder bei einem individuell zusammengestellten System lassen sich hingegen einige Tausend Mark sparen. Schließlich schlägt bei der Gesamtinvestition noch die Software und der Monitor zu Buche.

Der Begriff »Highend-PC«

Verwirrend ist heutzutage immer noch die Klassifizierung von PC-Systemen. So werben einige Anbieter mit dem Begriff »Highend-PC« wenn in ihm ein 400-MHz-Prozessor und eine Riva-TNT-Grafikkkarte eingebaut ist. Für Spieler ist ein solcher PC für 2000 Mark sicherlich eine Höllenmaschine. Ein Profi-Konstrukteur oder ein Architekt wird so etwas eher belächeln als wirklich nutzen wollen. Denn Mainstream-Chips mit OpenGL-Support, dazu gehören ATIs Rage 128, der Permedia 2 (3D-Labs), der Ticket-to-Ride IV (Number Nine) und der Riva TNT, eignen sich gerade mal für einfache CAD-Anwendungen oder zur VRML-Beschleunigung im Internet-Browser. Simulationsanwendungen oder komplexes Modelling lassen sich mit diesen Chips jedoch nicht durchführen.

Vetternwirtschaft

Interessant sind die Verknüpfungen zwischen Chip-, Grafikkarten und Workstation-Herstellern. So hat sich die OpenGL-Chipschmiede Evans & Sutherland (E&S) gleich zwei Standbeine gesichert. Zum einen vertreibt der Chiphersteller seine Produkte durch die Grafikkarten-Tochter Accelgalaxy, zum anderen setzt Hewlett-Packard E&S-Karten ein. 3D-Labs verkauft eigene Karten, vergibt aber auch Lizenzen an den deutschen Hersteller Elsa. Ein ähnliches Szenario gibt es bei dem amerikanischen Hersteller Intergraph, der in München Workstations bauen läßt, andererseits seine Grafikkarten auch in IBM-Maschinen zu finden sind. IBM wiederum liefert seinen neuen Oasis-Chip an Diamond Multimedia.

Kommentare

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smarty1971

Kann man mit diesen Karten auch spielen?

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