Vorherige Seite Nächste Seite

Technik

Digitale Displays

Digitale DisplaysFlatpanels mit digitaler Schnittstelle sind einfacher zu handhaben und liefern eine hohe Bildqualität. Ein einheitlicher Standard für den Anschluß muß noch entwickelt werden.

Analoge Displays besitzen ein Handicap. Die digitalen Signale des Grafikchips werden in analoge umgewandelt, um über das Standard-VGA-Kabel übertragen zu werden. Ein A/D-Konverter im Display macht aus den analogen wieder digitale – eine paradoxe Situation, aber der einzige Weg, um mit herkömmlichen PC-Systemen kompatibel zu sein.

Seit kurzen sind TFT-Displays mit digitaler Datenübertragung erhältlich, die zusammen mit speziellen Grafikkarten gebundelt sind. Da kaum ein PC-Hersteller Grafikkarten mit digitalem Ausgang verbaut, muß man sich von seinem konventionellen Grafikboard zwangsläufig trennen. Dies stößt natürlich weder bei IT-Entscheidern in Unternehmen noch bei privaten Anwendern auf große Begeisterung, denn nur wenige sind bereit, ein funktionierendes PC-System zu verändern.

Das Labor testete vier TFTs mit digitalem Interface. Aufgefallen sind vor allem die Anschlüsse. Wenn an nur vier Digital-Displays drei unterschiedliche Stecker-Arten vorzufinden sind, kann von einer Standardisierung kaum die Rede sein. Ein solches System funktioniert nur mit der mitgelieferten Grafikkarte. Natürlich ist auch die Performance der Karten unterschiedlich, besonders im Spiele- und OpenGL-Bereich.

Trotz der vielen Varianten sind die digitalen Displays schon jetzt den analogen Modellen überlegen, denn einerseits entfällt das teilweise umständliche Setup der Clock und der Phase. Genauer ist auch die Adressierung der Pixel, ein Vorteil, der sich in einer höheren Schärfe bemerkbar macht und die bessere Skalierung bei niedrigen Auflösungen. Besonders der letzte Punkt ist ein wichtiges Kriterium für Käufer, die noch DOS-Anwendungen besitzen oder gerne einmal ein Spiel anwenden.

Trotz der Vorteile lassen sich mit proprietären Digitallösungen keine Marktanteile gewinnen. Schuld an diesem Dilemma hat  die Normierungsbehörde VESA, die es bis heute noch nicht zustande gebracht hat, einen einheitlichen und auch kostengünstigen Standard zu verabschieden. Den einzig existierenden VESA-Standard »Plug&Display«, der auf dem sogenannte TMDS-Protokoll basiert, will keiner einsetzen, da die nötigen Bauteile einfach zu teuer sind. Wenigstens üben die Display- und Grafikkartenhersteller jetzt einen enormen Druck auf die Behörde aus.

Wer sich mit dem Kauf eines Digital-TFTs von seiner alten Grafikkarte trennen muß, braucht nicht zu fürchten, daß sich kein herkömmlicher VGA-Monitor mehr anschließen läßt. Alle mitgelieferten Grafikkarten besitzen zusätzlich zum digitalen Anschluß auch noch die bewährte Standard-VGA-Buchse.

Kommentare

0 Meinungen im Forum Beitrag als erster kommentieren
0 Meinungen im Forum Beitrag als erster kommentieren

Anzeige