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Technik: Hinter vorgehaltener Maske

Verzerrungsfreie Bilddarstellungen auf völlig flachen Oberflächen meistern derzeit nur TFT-Bildschirme. Röhrenmonitore haben hingegen mit vielen physikalischen Problemen zu kämpfen, um auf das selbe Ergebnis zu kommen. Doch zwei der vier untersuchten Röhren-Typen kommen dem idealen Flachbild schon ziemlich nahe.

Jeder Hersteller behauptet, er hätte die beste Lösung, wenn es um planare Bildröhren geht. So sagen es zumindest die vorliegenden Marketing-Unterlagen. Kurios dabei ist, daß immer die Mitbewerber schlechter sein sollen. Wir untersuchen deshalb alle vier Bildröhrentechnologien auf ihre Key-Features.

Wie schon beschrieben, kommen die bei den Röhren-Kandidaten von Mitsubishi, LG, Samsung und Sony alle drei Masken-Arten vor. Prinzipiell unterscheiden sich Punkt-, Slot- oder Streifenmaske nicht von den Pendants der konventionellen gekrümmten Röhren. Die Unterschiede liegen eher in der Krümmung des Glases auf der Innenseite und in der Wandstärke.

Die Flatron-Röhre von LG Electronics

Bei der Flatron-Röhre von LG Electronics ist die Slotmaske auf eine Platte mit konstanter Dicke aufgebracht. Die Rückseite ist also nicht gekrümmt. Das Vakuum innerhalb der Röhre führt bei völlig flachen Oberflächen zu hohen Spannungen. Um diesen entgegen zu wirken, muß das Glas ausreichend dick sein, damit die Röhre nicht implodiert.

Dieser Ansatz führt bei der Betrachtung des erzeugten Bildes zu folgendem Effekt: Das Bild wirkt konkav, das heißt die Ecken erscheinen einem näher als die Bildmitte. Physikalisch läßt sich dieser Effekt leicht erklären. Da das Auge nicht auf die Oberfläche, sondern auf die circa einen Zentimeter weiter hinter liegende Maske fokussiert, kommt der Brechungsindex des Glases ins Spiel. Sitzt der Betrachter in der Mitte, also senkrecht vor dem Schirm, dann ist der Brechungswinkel praktisch gleich null. Schaut man nun auf eine Ecke, beispielsweise auf den Start-Button von Windows, dann entsteht ein relativ großer Brechungswinkel. Subjektiv führt dieser Effekt zu einer optischen Täuschung. Die Bildschirmecken kommen nach vorne und das Bild erscheint dadurch leicht verzerrt.

Samsung macht es konvex

Wenn man in die Dynaflat-Röhre von Samsung schaut, scheinen die Ecken des Bildes nach hinten zu driften.

Die Innenseite der Röhre ist sehr stark gekrümmt. Für Samsung bringt das den Vorteil, daß weniger Aufwand für die Fokussierung des Elektronenstrahls getrieben werden muß. Eine überzeugende Kompensation des Brechungsindexes erreicht Samsung mit seiner Punktmaskenröhre nicht. Wie die Laborexperten beobachten, schlägt der Brechungseffekt eher in die andere Richtung um, das erzeugte Bild wird konvex.

Kommentare

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smarty1971

Danke, danke, danke. Wer braucht heute diese Flachbildschirme? Sie benötigen zwar wenig Platz, doch leisten kann sie sie bei den Preisen keiner. Auch bei der Reaktionszeit sind die auch nicht so dolle. Die Röhren werden also noch lange verbreitet bleiben.

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