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Wie im Kino

NEC Multisync LCD2110P

Die Grenze der Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln ist durchbrochen. NEC zieht seine Trumpfkarte aus dem Ärmel und stellt uns den ersten LCD-Monitor vor, der eine Auflösung von 1600 x 1200 darstellt.
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Der edle TFT-Flachbildschirm mit der Bezeichnung Multisync LCD2110P ist zwar ein Vorserienmodell, das eigentliche Panel entspricht bereits schon dem Final-Produkt.

Der erste Eindruck ist überwältigend, denn dieses Display bietet eine sichtbare Diagonale, die man von 22-Zoll-Röhrenmonitoren kennt. Gleichzeitig benötigt dieser Flachbildschirm nur einen Bruchteil des Platzes, den sein klobiger Röhren-Pendant beanspruchen würde.

Der Marktführer läßt die Muskeln spielen

Die Entwicklung eines solchen Riesenpanels kann sich nicht jeder leisten. Ein Beispiel: Die Montage und Inbetriebnahme einer Fertigungsstraße für TFT-Panels kostet je nach Kapazität circa eine Milliarde US-Dollar. Dieses enorme Investment können sich nur die Großen leisten. NEC ist mittlerweile Marktführer. Laut dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Displaysearch erreichte NEC im ersten Quartal dieses Jahres einen Marktanteil von 26 Prozent für alle global ausgelieferten LCD-Bildschirme. Die Nummer zwei, Fujitsu, hält gerade einmal 15 Prozent.

Die ersten Kunden

Die Betrachtung des Preisschildes läßt klar werden, daß dieser Monitor nicht für den privaten Geldbeutel geeignet ist. Der empfohlene Endkundenpreis inklusive Mehrwertsteuer beträgt knapp 30000 Mark. Firmenkunden, die sich für den Multisync LCD2110P interessieren, können im Projektgeschäft sicherlich mit einigen Prozentpunkten rechnen. Die Auslieferung soll im November beginnen. Die erste Serie umfaßt erst einmal ein kleine Charge, um den Markt zu testen. Die meisten Aufträge liegen NEC derzeit aus dem Bereich der Flugüberwachung vor. Zivile und militärische Flughäfen sollen mit diesem Gerät ausgestattet werden. Weitere Einsatzgebiete für dieses Riesenpanel wären Versicherungen, Banken und natürlich die Brokerhäuser.

Die technische Seite

Das Panel fertigt NEC nach der sogenannten IPS-Technologie. IPS steht für In-Plane-Switching und ermöglicht höhere Blickwinkel gegenüber Standard-TFTs (Twisted-Nematic-TFTs). Im Idealfall werden mit IPS Blickwinkel von bis zu 160 Grad erreicht, die Messungen bestätigen dies. Leider führt IPS zu etwas längeren Reaktionszeiten. Videos mit schnellen Sequenzen oder sich schnell bewegende Börsenticker können unter Umständen bei der Darstellung verwischen. Außerdem hat dieser Monitor einen enormen Vorteil: Eine derart hochwertige Schärfe wurden bislang an keinem Monitor bei einer Standardauflösung von 1600 x 1200 Pixeln gemessen.

Angeschlossen wird der LCD2110P über ein analoges BNC-Kabel, daß an jede hochwertige Grafikkarte paßt. Durch BNC lassen sich Störungen und Laufzeitfehler in den Signalen mindern – ein Problem, daß jede analoge Übertragung mit sich bringt. Mehr Sinn würde ein digitales Interface machen, denn innerhalb der Grafikkarte liegen digitale Informationen vor und das TFT selbst verarbeitet die Signale auf digitaler Ebene. Die analoge Zwischenstrecke (VGA-Kabel) ist noch ein Relikt der Röhrenmonitore, das nur wegen der Kompatibilität angeboten werden muß. Die ideale digitale Schnittstelle für dieses Display wäre DVI (mit Dual-Link). Grafikkarten mit Digital-Ausgang sind derzeit nur mit dem DFP-Standard erhältlich. Dessen Maximalauflösung ist jedoch auf 1280 x 1024 Pixel begrenzt. DVI schafft problemlos die erforderlichen 1600 x 1200 Pixel, es soll aber erst am Jahresende verfügbar sein.

Technische Daten
Sichtbare Diagonale 53,7 Zentimeter (21,1 Zoll)
Blickwinkel 160 Grad
Standardauflösung 1600 x 1200 Pixel
Meßwerte (bei 1600 x 1200)
Helligkeit 153 cd/m²
Kontrastverhältnis 347:1
MTF (Schärfe) 63,7
Homogenität 3,21
Farbreinheit 22,7
Testurteil NEC Multisync LCD2110P Note
NEC ist der Einstieg in die neue High-End-Klasse gelungen.
Bewertung der Redaktion: 9 von 10 Punkten
Was uns gefällt Was uns nicht gefällt
  • hervorragende Schärfe
  • hoher Blickwinkel
  • derzeit nur mit analogen Interface lieferbar
LCD2110P - Firmen-Info: NEC
Von Peter Meier, aktualisiert am: 2009-12-16T21:39:57+01:00
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