Hampelmann-Kamera für die Xbox 360
Aus Natal wird Microsoft Kinect
Die Xbox 360 ist hardwareseitig nicht mehr die jüngste. Da hilft es auch nicht, dass man das Gehäuse verändert, aber die Innereien beim Alten belässt. Nintendo hat mit der Wii-Spielekonsole vorgeführt, dass man Marktanteile mit innovativen Konzepten auch ohne Top-Hardware erobern kann. Bei Microsoft scheint das neue Energien freigesetzt zu haben, schließlich wird man im Markt der Betriebssysteme und Office-Apps mangels Anforderungen auch nicht mehr als Marktführer wahrgenommen.
Der Paradigmenwechsel von gehaltener Gestenerfassung zu observierter Gestenerfassung ist in der Tat innovativ. Marketing-Spezialisten wissen schon länger, dass Hilfsmittel wie Brille, Mikrofon, Kopfhörer, Maus, Controller und dergleichen in der Tat bei gesunden Menschen als störend empfunden werden, wenn man prinzipiell auch ohne ihnen auskommen würde. Angebote nach dem Schema "Luftgitarre" oder "Minority Report" sind da in der Tat komfortabler.
Einen Tag vor dem Beginn der Spielemesse E3 in Los Angeles hat Microsoft seine bislang unter dem Codenamen "Project Natal" laufende 3D-Kamera vorgestellt, die in Kinect umbenannt wurde. Erscheinen soll das System voraussichtlich im November für 150 US-Dollar also 130 Euro. Auf der Veranstaltung wurden erste Trailer gezeigt, zudem Anwender vor der Kinect-Kamera, die live mit ihrem Körpereinsatz Spiele steuern. Einzelne Fingerbewegungen kann das System aber nicht erkennen.
Mit der Hardware gab es einige Spiele zu sehen, die Kinect nutzen. So zum Beispiel das Star-Wars-Spiel von Lucas Arts, in dem man mit bloßen Händen ein imaginäres Lichtschwert schwingen kann. MTV Games produzieren das Tanzspiel "Dance Central". Disney will übrigens auch ein Spiel für die Xbox mit Kinetics zeigen.
Microsoft will mit "Kinectimals" einen virtuellen Streichelzoo mit 20 Haustieren anbieten. "Kinect Sports" bringt Spiele wie Boxen, Volleyball, Tischtennis, Bowling, Fußball und Speerwerfen mit und ähnelt dem Wii Sports Resort. Dabei müssen die Spieler die jeweiligen Bewegungsabläufe bei der Sportart imitieren. So springen in einem Hindernislauf Wohnzimmerakrobaten über virtuelle Objekte oder tauchen unter ihnen hindurch. Ferner ist ein Yoga-Spiel geplant, bei dem die 3D-Kamera die richtige Körperhaltung überprüft.
Gezeigt wurde das Adventure-Sport-Spiel "Kinect Adventures", in dem man in einem Boot stehend einen wilden Fluss herunterfahren muss - Sprungübungen inklusive. Laut Demo soll dies auch zu zweit klappen. Im Rennspiel "Joyride" lenkt man Autos mit einem unsichtbaren Lenkrad. Ins Angebot soll darüber hinaus das Squash-Spiel "Ricochet" aufgenommen werden. Es kann mit zwei Spielern gleichzeitig gespielt werden.
Kinect umfasst ein Video-Chat-Programm. Das Besondere: Man kann die Spiele auf Arme, Beine und den Rumpf eines Avatars übertragen, unter dem letztendlich ein Spieler steckt.
Auch die Xbox 360 erhält einen kleinen Facelift. Dies lässt sich aus einer italienischen Online-Anzeige schließen, woraus hervorging, dass die neue Xbox 360 mit einer 250-GByte-Festplatte und WLAN-Anschluss ausgestattet wird. Das Foto lässt aber nicht darauf schließen, dass es sich um eine Slim-Version mit integriertem Netzteil handelt.
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Über den Namen „Kinect“ kann man sich streiten, aber ich hampel mit Sicherheit mit. Und die ersten vorgestellten Spiele klingen auch ganz witzig, sind hoffentlich erst der Anfang. Da geht sicherlich noch was. Aber das neue Design der Xbox ist geil. Übrigens, auf <mod an>[...] keine Viral-Marketing-Links in diesem Forum!</mod aus> kann man das Teil bei einem Tippspiel gewinnen. Bin dabei.