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Nachzügler mit Nvidia-Grafikchips

Doppelte Ladung TNT

Asus und Leadtek haben es diesmal geschafft, schnell auf neue Grafikchips umzustellen. Mit Kampfpreisen soll der Markt erobert werden.

Im letzten Vergleichstest konnten die Winfast 3D S320 (Leadtek) und die AGP-V3400TNT (Asus) wegen verspäteter Lieferung nicht teilnehmen. Deshalb erhalten beide Testkandidaten, jeweils mit 16 MByte SDRAM ausgestattet, jetzt die Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Kaum Unterschiede in der Performance

Eines vorweg: In puncto Performance unterscheiden sich die auf den Markt erschienenen Riva-TNT-Boards kaum. Kein Wunder, denn Nvidias neuester Grafikchip ist auf die wichtigsten Windows-Schnittstellen GDI, Direct 3D und OpenGL optimiert. Die dann noch benötigte Treiberschicht wird deshalb immer dünner, da Windows-Befehle nicht mehr wie früher in die »Chipsprache« übersetzt werden müssen, sondern mit wenigen Modifikationen an die Hardware weitergereicht werden. Durch die geringen Gewinnmargen setzen alle Hersteller auf die Verwendung der Original-Core-Treiber von Nvidia. Nur das Erscheinungsbild der Anzeigeneigenschaften wird, wenn überhaupt, noch herstellerspezifisch gehalten. Die letzte Möglichkeit, mehr Performance aus einer Grafikkarte herauszuholen, besteht darin, den Chip und Speicher mit einer höheren Taktrate zu betreiben, als der Chiphersteller empfiehlt. Beim Riva TNT beträgt dieser 90 MHz für den Chip und 110 MHz für den Speicher. Die Hersteller scheinen aus den Problemen der Vergangenheit (Instabilitäten) gelernt zu haben: Alle getesteten TNT-Karten weisen diese Settings auf.

Asus und Leadtek versuchen, mit Kampfpreisen den Markt zu erobern. So kostet die getestete AGP-V3400TNT nur 285 Mark. Asus bietet die gleiche Karte mit TV-Out-Option an. Der Preis für diese Version ist dann 329 Mark - genauso viel wie die Winfast 3D S320 von Leadtek, die ebenfalls ein Videoausgang besitzt. Angesteuert wird der Videoausgang mit dem Brooktree-869-Prozessor.

Im Vergleich zu Diamond, Elsa, STB und Creative Labs wird für weniger Geld die gleiche Funktionalität und sogar eine bessere Ausstattung geboten. So besitzen beide Modelle einen Lüfter, der den Hitzkopf Riva TNT bei akzeptablen Temperaturwerten arbeiten läßt.

Software und Service

Asus legt bei der AGP-V3400TNT das populäre Spiel Incoming bei. Die Garantie beträgt nur 12 Monate. Leadtek ist bei der Softwareausstattung schon großzügiger: Neben ein paar Internet-Utilities sind der Digital Video Producer (Video Editing), 3D/FX (Grafik und Animation) und der Web 3D (Homepage Designer) die drei wichtigsten mitgelieferten Software-Pakete. Auch die Garantiezeit fällt mit 24 Monaten besser aus.

Zu hohe Leistungsaufnahme

In letzter Zeit sind bei der Redaktion Meldungen eingegangen, daß es mit einzelnen Mainboards zu Problemen gekommen ist. Die sieben Millionen Transistoren des in der 0,35-Micron-Technologie gefertigten Riva TNT verursachen eine hohe Leistungsaufnahme, die aber trotzdem noch innerhalb der AGP-Spezifikation liegt. Einzelne Mainboard-Hersteller haben einfach die Spannungsregelung für den AGP-Bus unterdimensioniert, so daß es bei rechenintensiven 3D-Szenen zu Abstürzen kommen kann. Erst die 0,25-Micron-Version des TNT-Chips (Q1/1999) wird ein breiteres Spektrum an Motherboards bedienen können.

 

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