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3dfx: Die Voodoo-Story

Im 3D-Markt hat 3dfx als erster den Stein ins Rollen gebracht. Voodoo-Boards waren vor knapp zwei Jahren die ersten, die echte 3D-Funktionalität boten. Das Konzept dieser sogenannten Add-On-Boards (Zusatzkarten) ging auf, eine Vielzahl von Spielen benutzten die von 3dfx selbstentwickelte Glide-Schnittstelle. Den Vorsprung konnte der Hersteller Anfang 1998 mit dem Nachfolgemodell Voodoo 2 weiter ausbauen. Selbst heute können sich Voodoo-2-karten im SLI-Mode (zwei Karten parallel geschaltet) mit modernen Grafikchips messen.

3dfx folgte dem Trend der gleichzeitigen Integration von 2D- und 3D-Funktionen. Mit dem Banshee kam im Herbst 1998 der erste 2D/3D-Chip auf den Markt. Dieser besitzt im Vergleich zum Voodoo 2 nur eine Textureinheit. Dieser Umstand macht sich in Spielen bemerkbar, die das Überlagern von mehreren Texturen unterstützen. Ein Klassiker ist Quake II, der auf dem Banshee langsamer läuft als auf dem Voodoo 2 im SLI-Mode.

Mit der Voodoo-3-Serie ist es 3dfx gelungen, alle Features des Voodoo 2 mit der hervorragenden 2D-Funktionalität des Banshee zu vereinen. Durch die Umstellung auf 0,25-Micron-Technologie konnte der Hersteller auch die Taktfrequenz erheblich erhöhen. Darüber hinaus befindet sich auf dem Chip ein verbesserter Ramdac. Durch diese Vorgehensweise bleibt der Hersteller in der Riege der Top-Performer. Einziger qualitativer Knackpunkt: Nach wie vor können Voodoo-Karten keine 3D-Szenen mit 32-Bit rendern. Mit 16 Bit Farbtiefe laufen die Spiele-Klassiker zwar mit ausreichender Qualität, Neuerscheinungen wie Quake III benutzen jedoch schon True-Color-Texturen. Die besseren Qualitätseigenschaften der Konkurrenz-Chips, beispielsweise des TNTs, lassen sich dadurch klar ausmachen. Dürftig ist auch die Größe des Texturenformate. Der Chip ließt maximal das Format 256x256 ein. Klötzcheneffekte beim Hochskalieren erkennt dadurch jeder Laie. Zum Vergleich: Der TNT2 schafft problemlos das Format 2048x2048.

Nach der Übernahme von STB fertigt 3dfx nun eigene Boards. Ab Mai sind die Voodoo 3 2000 und 3000 im Handel erhältlich. Im wesentlichen unterscheiden sich die Karten in der Taktfrequenz. Das 2000er Modell hat eine 143-MHz-Clock. Die Voodoo 3 3000 ist mit 166 MHz angetrieben und besitzt einen Ramdac von 350 MHz. Erst später kommt die Turbo-Variante 3500 auf den Markt. Neben 183 MHz Core-Clock ist diese Karte mit einem digitalen Flat-Panel-Ausgang ausgestattet.

In der API-Unterstützung bleibt vorerst alles wie gehabt. Nur Direct 3D und Glide sind integriert. Der lang ersehnte OpenGL-ICD läßt immer noch auf sich warten, obwohl dieser schon lange versprochen wurde.

Einen Pluspunkt muß man dem Hersteller gönnen. Die mitgelieferten Spiele bei der Voodoo 3 3000 (Descent 3, Sol Ascent, Unreal und Unreal Tournament, Need for Speed III) gehören eindeutig zu den besten Bundles dieses Vergleichstests.

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