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Lab Notes: Schummeln der Grafikkartenhersteller lohnt sich nicht

Hin und wieder bin ich schon überrascht, wie einzelne Chiphersteller ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern wollen. Wie letztes Jahr kommen Referenz-Boards in die Testlabors, deren Benchmark-Ergebnisse höher sind, als schließlich die im Handel verkauften Karten. Die Produkte, als Preview-Versionen hochgelobt, kommt eine Ehre zuteil, die sie gar nicht verdient haben. Meines Erachtens schießen sich die Hersteller ins eigene Knie, wenn sie getunete Karten herausgeben. Früher oder später finde ich es sowieso heraus. Nur dann dürfen sich die Firmen meine Kritik anhören.

Bespielsweise ließ es Diamond zu, daß eine Vorabversion der Viper V770 (TNT2) getestet wurde, die mit 183 MHz Core-Clock getaktet war. Die brillianten Ergebnisse sind jedoch wertlos, da die Retail-Version höchstwahrscheinlich mit den von Nvidia empfohlenen 125 MHz angeboten wird. Genauso erging es vor sechs Monaten Elsa. Die Erazor II (mit Lüfter) wurde im Labor getestet. Im Handel gab es von dieser Version nur wenige Boards zu sehen. Die meisten verkauften Produkte besitzen keinen Lüfter und werden auch mit einer geringeren Taktfrequenz verkauft.

Aus diesen Erfahrungen habe ich gelernt und bewerte grundsätzlich nur noch Final-Boards. Auch Elsa und Diamond scheinen zu erkennen, daß die nachträgliche Kritik dem Geschäft nur schadet.

Auf der anderen Seite übe ich Kritik an den eigentlichen Chipherstellern. Nvidia zum Beispiel spezifizierte den alten TNT anfangs mit 125 MHz, setzte aber darauf die Empfehlung auf 90 MHz. Auch beim neuen TNT2 sind die Fronten nicht geklärt. Nach Aussage von Nvidia läßt sich der TNT2 problemlos bei 150 MHz und mehr betreiben, wenn er entsprechend gekühlt wird und der richtige Speicher zum Einsatz kommt. Gleichzeitig wird nur 125 MHz Core-Clock als Standard empfohlen. Ich finde es verwerflich, daß Nvidia die Verantwortung auf die Grafikkarten-Hersteller abwälzen möchte, denn diese müssen auch die Garantieansprüche tragen, wenn ein übertaktetes Produkt nach kurzer Betriebszeit kaputt geht. Zumindest sind Elsa und Diamond jetzt vorsichtiger geworden.

Von Peter Meier, aktualisiert am: 2010-05-02T21:18:21+02:00
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