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Intel, Sony, Logitech im Boot

"Google TV" in Vorbereitung

Dass Google neben den Computern auch Smartphones im Visier hat, ist hinlänglich bekannt. Nun greifen seine Tentakeln nach den Fernsehern und Couch Potatos.
fernseher google tv

Sony macht das Bild, Intel baut die Verbindungshardware und Google liefert die Software und die Inhalte. So in etwa könnte das Konzept einer solchen Kooperation aussehen. Getestet werden nämlich gerade Set-Top-Box-Prototypen, die Google den TV-Markt erschließen sollen. Ob das Vorhaben erfolgreich wird, weiß momentan keiner. Panik ist nicht angebracht, denn Google war schon bei einigen seiner Me-To-Produkten lediglich Mittelmaß.

Obwohl sich Google in Schweigen hüllt, sind bereits einige Details durchgesickert. Erwartungsgemäß will Google Android als Betriebssystem nutzen. Integriert ist dabei der Chrome-Browser. Als Hardware will Intel eine Atom-CPU-Plattform liefern. Offen bleibt die Frage nach der integrierten Grafikeinheit. Intel-Chips sind immerhin so weit, dass hochauflösende Videos ruckelfrei dargestellt werden können, doch bei der Spielefunktionalität kann Chipzilla keine attraktive Lösungen bieten. Bedient werden soll die Lösung mit einer funkenden Tastatur-Maus-Kombination, die Logitech liefern soll.

Welche Rolle hier noch Sony übernimmt, lässt sich aus den wenigen Informationen nicht erschließen. Vielleicht will Sony nur mit genannt werden, um sich von seinem etwas angemoderten Internet-Image zu befreien. Sony baut zwar hochwertige Fernseher, in punkto Integration von neuen Internet-Technologien hängt der Hersteller der Konkurrenz hinterher. Eine Set-Top-Box mit eigener Fernbedienung lässt sich in der Regel mit nahezu jedem Fernseher verbinden, nicht nur mit einem von Sony. Anders wäre es, wenn die Lösung in den Fernseher integriert würde. Dann könnte man das Gerät statt mit zweien komfortabel mit einer Fernbedienung steuern, zumal es die Tastatur-Maus-Kombi ohnehin noch gibt.

Als Zielgruppe käme bei Google TV primär das junge Publikum in Frage, dass sich die Videos "on demand" zusammenstellt und sich nicht wie die ältere Generation mit einem vorgefertigten Fernsehprogramm abspeisen lässt. Für die jungen ist auch der Übergang zwischen Videoschauen, Gaming, Artikellesen und Kommunizieren per Email, Social Networking und Messaging eine fließende Angelegenheit, die man gerne auch von der Couch erledigen kann.

An dieser Stelle kommt Google ins Spiel, denn die Befriedigung solcher Bedürfnisse lässt sich prima mit Werbung verweben. Dabei könnte der Internet-Gigant noch mehr Geld verdienen. Unserer Meinung nach hat Google nur dann eine Chance, wenn eine solche Lösung HD-Videos ruckelfrei abspielt, genügend Gaming-Power besitzt, um Spielekonsolen überflüssig zu machen und es Zugang zu einem reichhaltigen Angebot an hochwertigen Content (Videos, Artikel, Spieletitel) gibt - denn Billigkram gibt es jetzt schon bei den Mitbewerbern.

Quelle: New York Times |  TV - Firmen-Info: Google
Von Thomas Posselt, aktualisiert am: 2010-03-19T18:48:32+01:00
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