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Navigation und Spracherkennung im Smartphone

Google Nexus One

Bei Googles erstem Handy sind Navigation und Spracherkennung inbegriffen. Der Trend bei Smartphones geht zu All-in-One-Geräten statt vielen tragbaren Begleitern.
nexus one logo

Musikplayer, GPS-Navigationsgerät, Telefon, Organizer, Netbook, Notebook - in einigen Haushalten ist in den letzten Jahren die Anzahl an mobilen Endgeräten rapide gestiegen. Für den Anwender, der auf keines der Features verzichten will, stellt sich schnell eine gewisse Frustration ein, will er doch nicht alle Geräte ständig mit sich führen. Mit dem Nexus One greift Google die Konkurrenz an, denn die Integration von Spracheingabe und Navigation stellt die Geschäftsmodelle mancher Hersteller in Frage.

google htc nexus one navigation streetview
Die integrierte Navigationssoftware von Google zeigt Fotografien der Umgebung an, sofern das Gebiet in die "Streetmaps" aufgenommen wurde

Neben der Navigation, die mit der "Streetmap"-Funktion das Erscheinungsbild ganzer Straßenzüge anzeigt, geht das Gerät ein wesentliches Manko von Smartphones an: Bedingt durch das gewünschte Hosentaschenformat hat eine ergonomische Tastatur zur Texteingabe keinen Platz, denn der Platzbedarf und Größe der Tasten für komfortables Arbeiten wird im Wesentlichen durch die Hand- beziehungsweise Fingergröße bestimmt. Mit den Kleinsttastaturen ist nur eine notdürftige Eingabe von Kurzmitteilungen möglich. Wenn Texte länger ausfallen sollen, gibt man auf solchen Geräten schnell auf. Durch die Diktierfunktion per Spracherkennung will Google dieses Hindernis beiseite räumen - fragt sich nur, wie gut das Gerät gesprochenes Deutsch versteht.

Die Sprachfunktion ist übrigens nicht nur auf das Diktieren von Emails beschränkt sondern lässt sich auch mit der integrierten Google Maps Navigation oder der allgemeinen Suche nutzen. Darüber hinaus will das Nexus One Sonderziele in der unmittelbaren Umgebung des Suchenden auswerfen, beispielsweise die nächste Pizzeria oder die Museen der Stadt, wo man sich gerade aufhält.

Abgesehen von oben genannten Alleinstellungsmerkmalen folgt der Rest klassischen Features, wie sie auch bei der Konkurrenz anzutreffen sind. So verfügt das Nexus One über einen 9,4 Zentimeter großen Touchscreen, der eine Auflösung von 800 x 480 Pixeln bietet.

Die Kamera mit 5 Megapixeln besitzt einen kleinen LED-Blitz, mit dem auch in der Dunkelheit moderate Ergebnisse erzielt werden. Videos lassen sich maximal mit 720x480 Pixeln bei 20 Frames pro Sekunde aufzeichnen, 30 fps wären wünschenswert gewesen.

Als Stromsparmaßnahme hat Googles Hoflieferant HTC einen Lichtsensor für das Display und einen Annäherungssensor verbaut. Die Navigationssoftware kann auf einen Beschleunigungssensor und einen digitalen Kompass zurückgreifen.

Interessant ist das Vertriebsmodell: Zum einen kann der Anwender das Nexus One auf der Google Homepage ohne Vertrag und freigeschaltet (ohne SIM-Lock) bestellen. Andererseits kann man das Gerät über einen Mobilfunkanbieter beziehen, der das Smartphone subventioniert. Hier hat Google anscheinend von Apple gelernt, der sein iPhone nur bestimmten Mobilfunkanbietern exklusiv zur Verfügung stellte. Dies führte zu einer Art Volkssport in der Hacker-Szene, die mit kleinen Firmware-Updates des SIM-Lock wieder freischalteten und so das Handy in allen Mobilfunknetzen nutzbar machte.

In Deutschland soll das Nexus One über Vodafone noch im Frühjahr 2010 verfügbar werden, jedoch erst im zweiten Quartal.

Google Nexus One Ausstattung
Bildschirmauflösung 800 x 480 Pixel
Bildschirmdiagonale 3,7 Zoll (9,4 Zentimeter)
Betriebssystem Android OS 2.1
Navigationssoftware Google Maps Navigation
Flash-Videoplayer ja, Adobe
Arbeitsspeicher 512 MB
Erweiterungssteckplatz microSD-Card (4-GB-Karte inklusive)
Prozessor Qualcomm Smartdragon 1 GHz
Digitalkamera 5 Megapixel mit LED-Blitz
W-Lan ja (802.11 a/b/g/n)
Bluetooth ja (2.1 +DER, A2DP-Bluetooth-Audio)
GPS ja, AGPS
PC-Anschluss Micro-USB
Drahtlose Verbindungen GSM, EDGE, UMTS, HSDPA, HSUPA
Weitere Features AMOLED-Display, Lichtsensor, Annäherungssensor, Beschleunigungssensor
Gewicht 130 Gramm
Abmessungen 11,9 x 6,0 x 1,2 Zentimeter
Hardware-Hersteller HTC
Preis ohne Vertrag: 530 $ / 370 €, mit T-Mobile-USA-Vertrag 180 $ / 125 €.
Maximale Batterielaufzeiten
Sprechzeiten 10 Stunden 2G, 7 Stunden 3G/UMTS
Standby-Zeiten 290 Stunden 2G bzw. 250 Stunden 3G/UMTS
Internet-Benutzung 5 Stunden 3G bzw. 6,5 Stunden WLAN
Video-Wiedergabe 7 Stunden
Audio-Wiedergabe 20 Stunden

(Ausstattungsmerkmale alles Herstellerangaben)

Kommentare

5 Meinungen im Forum Kommentar hinzufügen
greywolf

Geschieht das Nachladen der fetten Kartendaten übers Mobilfunknetz oder sind die auf der Speicherkarte abgelegt? Außerhalb von Großstädten ohne UMTS/3G wären solche Nachladevorgänge tödlich.

jolly_roger

Tja, Google sollte sich mal langsam in Deutschland vom hundealten Teleatlas-Kartenmaterial verabschieden und auf Navteq umstellen. Ich habe so einige Stichproben gemacht: Neue Ortsumgehungen, neue Autobahnabschnitte oder die ganzen neuen Grenzübergänge nach dem Schengen-Beitritt von Osteuropa sind immer noch nicht drin. Bis dahin ist die Navigation Mist.

Mr.Bluescreen

Deshalb soll es ja in Deutschland erst im 2. Halbjahr herauskommen. Aber ich denke, dass sich die Early Adopters das bestimmt direkt aus USA besorgen werden oder dass hier wie beim iPhone Reimporte bei Ebay auftauchen.

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