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Urheberrechtsabgabe für USB-Sticks und Speicherkarten kommt

Für Drucker, Scanner und Kopierer gibt es sie schon. Dieses Jahr kommt die pauschale "Urheberrechtssteuer" auf Speichermedien hinzu.
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Eigentlich sollte es noch dicker kommen, denn die Zentralstelle für private Überspielrechte (ZPÜ) der GEMA hat einen Gesamtvertrag angestrebt, die auch eine Abgabe auf Computer beinhalten sollte. Am Widerstand des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) scheiterte jedoch dieses Ansinnen. Stattdessen hat sich der Hauptverhandlungsführer Bitkom lediglich auf eine Urheberrechtsabgabe in Höhe von 10 Cent je USB-Stick und Speicherkarte durchgerungen.

Für Bitkom-Mitglieder gilt eine reduzierte Gebühr in Höhe von 8 Cent. Die Abgabe wird bereits dieses Jahr eingeführt und soll vorerst bis 2011 gelten. Doch die PC-Abgabe ist aus Sicht der ZPÜ noch nicht vom Tisch sondern lediglich aufgeschoben.

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Durch dieses Verfahren wird das legale private Kopieren von geschützten Inhalten wie Texten und Musik abgegolten. Die Einnahmen fließen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA), VG WORT und VG Bild-Kunst zu, die teilweise an Verlage, Autoren und Künstlern weitergereicht werden. Bitkom und IM schätzen, dass den Verwertungsgesellschaften VG WORT und VG Bild-Kunst allein für USB-Sticks und Speicherkarten Einnahmen in Höhe von gut 5 Millionen Euro zufließen, wenn in Deutschland mindestens 50 Millionen Stück der Flash-Produkte verkauft werden. Im Jahr 2009 wiesen die Zahlen des CEMIX von gfu, BVT und GfK für den deutschen Consumer-Markt einen Absatz von circa 35 Millionen Memory Cards und USB-Sticks aus.

Trotz dieses Kompromisses hält der IT-Branchenverband an seiner grundlegenden Forderung nach einer Reform des Urheberrechts fest. Nach seiner Meinung sind pauschale Abgaben im Web-2.0-Zeitalter nicht praktikabel.

Quelle: Bitkom |  GEMA - Firmen-Info: GEMA
Von Ingo Walters, aktualisiert am: 2010-04-25T21:22:43+02:00
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Kommentare

8 Meinungen im Forum Kommentar hinzufügen
mr.big24

Wenn man sich überlegt, dass viele Autoren von der Hand im Mund leben... Die Frage ist nämlich, was kommt bei denen überhaupt an? Die Verlage und diese Verwertergemeinschaften scheffeln doch extrem viel Geld in die eigenen Taschen. Gegenüber dem Autor wird das als "Verwaltungsaufwand" kommuniziert. In den Verwertergesellschaften sitzen doch eh bloß alte Opas, die dort hineinkomplimentiert wurden. Die schieben eine ruhige Kugel und schmarotzen die Einnahmen weg.

ZeeeK

Ich dachte immer, der Staat bzw. Land hat das einzige hoheitliche Recht, Steuern zu erheben. Hier kommt ein Verein daher, der sich aus Interessenvertretern und Lobbyisten zusammensetzt und nimmt sich das Recht heraus, diese staatliche Aufgabe zu übernehmen. Der Endverbraucher hat keine Rechte mehr und der Staat duldet es. Das nimmt ja diktatorische Züge an...

Lepus

Was ist mit denjenigen, die von anderen abschreiben? Der Kugelschreiber sollte auch mit einer Urhebersteuer belegt werden.

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