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Trinkgelder in USA

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  • Trinkgelder in USA

    Servus miteinander!

    Ich muss demnächst auf eine Dienstreise in die USA. Da der Flug deutlich günstiger wird, wenn ein Samstag dazwischen liegt, ist meine Firma bereit, mich schon am Wochenende fliegen zu lassen, weil dann die Gesamtrechnung immer noch billiger ist. Für mich bedeutet das, Samstag bis Montag Freizeit, Dienstag bis Donnerstag Arbeit.

    Da ich im Silicon Valley Bekannte besitze, wollte ich mit denen einen drauf machen. Jetzt bin ich mir aber nicht so sicher, wie das mit den Trinkgeldern in den USA im Einzelfall ist.

    Ich weiß:
    15% im Schnitt, 10 oder 20% in Abhängigkeit von der Zufriedenheit für die Bedienung in Restaurants.
    Im Hotel pro Gepäckstück tragen 1$, Zimmermädchen 1$ pro Nacht. So weit so gut.

    ---

    Fall 1:
    Ich kriege zwar von der Firma einen Dienstwagen, aber bei Bekanntenbesuch will ich auch was saufen und nicht Auto fahren.

    Gibt man in den USA einem Taxifahrer ein Trinkgeld und wie hoch?

    ---

    Fall 2:

    Wie ist das bei einer Bar? In England gibt man dem Barkeeper kein Trinkgeld, wenn man seine Drinks direkt an der Bar selbst abholt. Höchstens einen kleinen Obulus, wenn er lustig war und einen gut unterhalten hat.

    Sollte man in den USA einem Barkeeper Trinkgeld geben.

    ---

    Fall 3:

    Tüteneinpacker im Supermarkt. Bekommen die auch ein Tip?

  • #2
    Lustig, genau die gleichen Fragen habe ich mir selbst schon einmal gestellt, obwohl ich schon 5x in AMerika war. Was ich Dir wiedergeben kann, ist lediglich das, was ein guter Freund mir gesagt hat, der selbst Original-Amerikaner ist und hier als Austausch-Student an meiner Uni studiert hat. Ich habe ihn nach meinem Studium öfters besucht...

    Die deutschen Touris sind dort in der Tat unbeliebt, weil sie oft deutsche Gepflogenheiten anwenden. Was man wissen muss: Der Ami kriegt keinen Mindestlohn inklusive Sozialversicherung. Deshalb muss man mit dem Trinkgeld IMMER ein bisschen großzügiger sein als hierzulande, denn für die Nebenkosten wie Kranken- und Rentenversicherung muss der Amerikaner selbst aufkommen.

    Zu Deiner 1. Frage:
    Die ist komplexer, als Du vielleicht denkst:
    1.1 Für einen klassischen Taxi-Fahrer gilt die gleiche 15%-Regel bei normaler "Abfertigung", also Fahrerei. Lädt er hingegen Dein Reisegepäck ein und aus oder gibt er Dir wertvolle Tipps zu Deinen Fragen oder Sightseeing-Hinweise, dann sollten 20% drin sein.
    1.2 Bei einem "Shuttle Mini Bus" gelten zwar für die Fahrerei die Fixpreise unabhängig für die Entfernung - aber für die Koffer sollte man der Höflichkeit halber trotzdem 1$ pro Stück für das Rumheben am Schluss berappen. Für "fette" Reisegepäckstücke sogar 2$.
    1.3 Sonderfall "Valet Parking": Das Wort "Valet" ist den wenigsten deutschen Touristen geläufig. In Hotels unterscheidet man zwischen Self-Parking oder Valet Parking. Ich persönlich bevorzuge das Self-Parking, weil dann keine Zusatzkosten anfallen. Aber: Wenn man einem Pagen/Diener das Parken oder Herholen seines (Miet-)wagens überlässt, dann sind 1$ fürs Wegbringen und 2$ fürs Herholen fällig - und dass trotz der allgemein höheren Valet Parking Gebühren. Im Edel-Hotel mit 5 Sternen würde ich sogar 2$/4$ ansetzen. Valet Parking ist also eine typische Kostenfalle, die man leicht vermeiden kann, obwohl man den Pagen/Diener nicht als Abzocker einstufen sollte! Schließlich sollte man nur auf das Self-Parking-Zeichen achten oder wenigstens danach fragen.

    Fall 2:
    Für Einzeltrinker bzw. Alkoholiker gibt es zwar auch gewisse Bars, aber damit habe ich wenig Erfahrung außer der 1$-Regelung Tip pro Drink. Mindestens geht man schließlich mit einem Kumpel (Am.E. "Pal"; Br.E. "Mate") weg. Einer davon zahlt immer die Runde ("round"). Bei größeren Runden mit mehreren achtet man auf eine einigermaßen gleichmäßige Verteilung. Dann gilt wieder die 15%-Regel für Trinkgelder. Einzige Besonderheit, die mir einfällt, sind Pseudo-Bars bzw. Massenabfertigungen in großen Shopping Malls/Kaufhäusern oder ähnlichen kulturellen Einrichtungen. Dann sitzt der "Cashier" meist selbst an einer klassischen Kasse. Hier würde ich nur den normalen Preis bezahlen.

    Fall 3:
    Vielleicht gibt es lokal Sonderfälle, aber generell werden die Tütenpacker ("Bagger") an der Kasse vom Arbeitgeber ausreichend bezahlt. Man dankt und geht einfach. Ist mir nicht bekannt, dass man denen noch Geld geben sollte.

    Zum Schluss:
    In Touristenzentren wie Niagara-Fällen, Golden Gate Bridge und dergleichen kann es sein, dass Trinkgeld automatisch mit einberechnet wird, weil die Amis einfach keine Lust auf blöde europäischen Touris mehr haben. Das wird aber meist durch Schilder bzw. in der Speisekarte angezeigt. Wenn nötig, einfach mal nachfragen. In solchen Fällen würde ich sehr sparsam mit Trinkgeldern umgehen.
    Ach so: auf einer Rechnung im Restaurant schreibt man während des Kassiervorgangs oft den "Tip" auf die Rechnung. Man tendiert dazu, bei der 15%-Regel den Tip gerne auf .50 oder den ganzen Dollar aufzurunden. Krumme Tinkgeld-Beträge, damit die Gesamtsumme (Total) rund erscheint, sind selten üblich. Es sei denn, man begleitet die Sache mit einem Witz wie "I like integers instead of decimals". Solange der Waiter/Ober mindestens seine 15% bekommt, wird er schmunzeln. Ansonsten macht man es dem Waiter "leicht", sein Trinkgeld durch einen halbwegs runden Betrag gegenüber dem Wirt leicht abzuziehen.
    In den USA es üblich, oft die Netto-Preise ohne Sales-Tax (Mehrwertsteuer) auszuweisen. Die kommen bei einer Rechnung oft noch obendrauf. Also bitte nicht wundern.
    Zuletzt geändert von Herr_der_Dinge; 17.06.2010, 21:24.

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