Vorherige Seite Nächste Seite

Grafik zum Arbeiten

Billigchips für Office-PCs

Für Grafikchips gelten in Unternehmen andere Kriterien als im Heimanwendermarkt. Während der Privatmann eher hochperformante 3D-Grafikkarten bevorzugt, kommt es bei Firmen vor allen Dingen auf den Preis und eine vernünftige Videodarstellung an.

Wer denkt, Grafikkartenhersteller verdienen sich eine goldene Nase an 3D-Grafikkarten, der irrt. Game-Enthusiasten fordern zwar immer wieder "schneller, höher, weiter" und bekommen letztendlich auch was sie wollen, trotzdem wird in diesem Retail-Marktsegment nicht das große Geschäft gemacht. Wer heutzutage als Grafikkarten- beziehungsweise Chiphersteller langfristig überleben will, braucht ein festes Standbein im OEM-Geschäft. Hier gelten natürlich andere Gesetze, weil Firmenkunden oft andere Anforderungen haben als Privatkunden.

Hauptanwendungsgebiete eines PCs

Außer CAD- oder DTP-Workstations ist das am weitesten verbreitete Anwendungsgebiet nach wie vor der Office-PC. Typische Anwendungen des alltäglichen Gebrauchs sind Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und das Browsen im Internet. Was nur wenigen bekannt sein dürfte, ist dass viele IT-Entscheider eine Videodarstellung mit ausreichender Qualität fordern, ohne das dabei viel Geld ausgegeben werden soll. Besonders Großunternehmen nutzen neuerdings Videoclips im Intranet für die interne Schulung von Mitarbeitern oder das Verbreiten von internen Branchen-News. Viele dieser Firmen schicken ihre Webmaster gerade in Lehrgänge, um sie für das neue Aufgabengebiet vorzubereiten. Wie sich jeder denken kann, haben nur wenige Chefs Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter die Zeit mit 3D-Spielen vergeuden.

Kosten und Anforderungen

PC-Hersteller bekommen den Drang zur Kostenreduzierung gnadenlos zu spüren. Beim Preis eines Komplettsystems spielt die Grafikkarte eine bedeutende Rolle. Ein Beispiel: Die derzeit aktuellen TNT2- oder Voodoo3-Karten sind doppelt so teuer wie ein Standard-Motherboard. Doch ein hoher Preis muss nicht unbedingt eine gute Eignung bedeuten. Für den IT-Entscheider stellt sich generell die Frage, ob er eine leistungsfähige und damit teure Spielekarte oder eine billige Grafikkarte mit ausreichender 2D- und Video-Funktionalität einsetzen soll. Die Antwort ist nicht schwer: Heutzutage braucht ein Office-PC die Grafikbefehle nur so schnell ausführen, dass der Anwender nicht genervt auf die Ausführung  warten muss. Für 2D-Anwendungen wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation reicht dafür schon eine Grafikkarte, die nicht älter als zwei Jahre ist und einen Prozessor mit mehr als 200 MHz CPU-Takt. In der Regel wartet schon dann der PC auf den Anwender und nicht umgekehrt. Soll ein PC preisgünstig und gleichzeitig eine vernünftige Performance besitzen, so kommt es auf die optimale Abstimmung der Komponenten an. Da 2D nicht mehr relevant ist, sollte man sich auf andere Features konzentrieren. Der Flaschenhals macht sich nämlich erst bemerkbar, wenn MPEG-Videos abgespielt werden sollen und seitens der Grafikchips keine Hardware-Unterstützung geboten wird. Beim Abspielen (Dekomprimierung) eines MPEG-Videos verschlingen die Vorgänge Motion Compensation (MC) und Inverse-Diskrete Cosinus- Transformation (IDCT) die meisten Ressourcen. Wenn der Grafikchip in der Lage ist, zumindest einen dieser Vorgänge hardwareseitig zu berechnen, so kann die CPU des Rechners effektiv entlastet werden. Der zweite Punkt betrifft die Internettauglichkeit. Der von Intel propagierte Marketing-Spruch, dass erst die Internet SIMD Streaming Extensions (ISSE) des Pentium III optimal zum Browsen im Web befähigen, ist eine klare Täuschung des Kunden. Gerade einmal Java-Applets oder Plug-Ins wie Shockwave führen gelegentlich zu einer gesteigerten CPU-Last, normale HTML-Dokumente sind jedoch für einen Prozessor Peanuts. Bereits mit einem Pentium II, den Celeron oder des AMD K6-2 der 300-MHz-Klasse ist man gut beraten.

Kommentare

0 Meinungen im Forum Beitrag als erster kommentieren
0 Meinungen im Forum Beitrag als erster kommentieren

Anzeige