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Neues vom Funk-Turbo

Die Funktechnik Wimax basiert auf dem offenen Standard IEEE 802.16 und war ein weiterer Schwerpunkt auf dem IDF. Mit Wimax sollen sich über Entfernungen von bis zu 15 Kilometer Datenraten von bis zu 10 MBit pro Sekunde erzielen lassen. Ab 2006 will Intel auf dem Sub-Standard IEEE 802.16e basierende Wimax-Module für Notebooks anbieten. Eine Konkurrenz zu WLAN wird Wimax – zumindest vorerst – nicht werden, da es hauptsächlich als Breitband-Ersatz für Regionen dienen soll, in denen es technisch bedingt kein DSL gibt. Bereits 2005 sollen Basisstationen installiert werden, die auf Intels Wimax-Chip "Rosedale" basieren. Dazu Jim Johnson, Chef von Intels Wireless-Abteilung: "Damit sind wir schneller als unsere Mitbewerber, da die ihren Kunden noch keine Chips zur Evaluierung bieten können."

Multimedia ins Netz gegangen

Ebenso wichtig wie klassische PC-Komponenten ist für die Intel-Strategen der Markt der "Konvergenz-Geräte". Hinter diesem Unwort verbergen sich beispielsweise Media-Adapter, die per Wireless LAN Musik und Videos vom PC empfangen und auf Fernseher und Hifi-Anlage abspielen.

Damit Filmstudios auch aktuelle Filme über das Internet an zahlungswillige Besitzer eines Streaming-Adapters schicken können, forderten die Studios ein Verschlüsselungsverfahren, das ihre Rechte auch dann noch wahrt, wenn der Streifen auf der Festplatte des Kunden gelandet ist.

Das Ergebnis der Bemühungen heißt DTCP/IP (Digital Transmission Content Protection over IP). Eingängiger als der Name war die Demo auf dem IDF: Ein Media-Center-PC schickt einen per Digital Rights Management (DRM, Helix von Real Networks) geschützten Film per WLAN zu einem Netgear-Media-Adapter. Letzterer stellt den Film am TV dar.

Der Transfer ist durch DTCP/IP per 128-Bit-AES (Advanced Encryption Standard) abhörsicher codiert und mit DRM-Infos versehen. DRM schränkt beispielsweise die Wiedergabe auf einen Media-Adapter pro Haushalt ein oder legt einen Zeitraum fest, in dem ein Film angesehen werden kann.

Der Nachteil von DTCP/IP: Die Codierung erzeugt einen Overhead von bis zu 900 KByte pro Sekunde – und frisst so mehr als ein Drittel der Gesamtleistung des aktuellen WLAN-Standards 802.11g.

Von Ingo Walters, aktualisiert am: 2010-04-05T20:37:45+02:00
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