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Vorsicht bei der Grafikkarte

Während sich auch mit billigen E-IDE-Drives performante Systeme aufbauen lassen, ist die Wahl der Grafikkarte, besonders wenn Windows NT zum Einsatz kommt, etwas kritischer. In fast allen PC-Systemen befinden sich AGP-Grafikkarten. Lediglich FSE und HP verwenden PCI-Karten. Dies ist auch nicht weiter schlimm, denn Windows NT 4.0 kann mit AGP derzeit noch nichts anfangen. Erst Windows NT 5.0 wird über einen AGP-Support verfügen, daß eine Grafikbeschleunigung über den Hardware Abtraction Layer (HAL) zuläßt. Reinrassige Direct3D-Beschleuniger wie Karten mit Nvidias Riva 128 liefern daher unter Windows NT eher ernüchternde Ergebnisse. Eine hardwareunterstützte 3D-Beschleunigung auf Basis von Direct3D ist nicht möglich. Zudem sind OpenGL-Treiber bislang nur rudimentär implementiert. Auch ist der maximale Videospeicher von Riva128-Karten auf 4 MByte begrenzt. Damit eignen sich diese Karten (Dell und Pyramid) nicht für den professionellen 3D-Einsatz unter Windows NT.

Eine gute Wahl in puncto Open-GL-Performance sind hingegen Permedia-2-Karten. Diese sind in den Systemen der Firmen Waibel, FSE und Gateway 2000 zu finden. Auch der Rage Pro Chip von ATI, der sich auf Karten vom Typ Xpert@work in den Rechnern von Maxdata und Vobis befindet, ist OpenGL- tauglich. Der maximale Speicherausbau ist jedoch auf 8 MByte begrenzt. Daher eignen sich diese Karten nur für einfache OpenGL-Projekte.

Vollkommen ungeeignet für 3D-Anwendungen ist die im Compaq und Hewlett-Packard eingebaute Matrox Millenium II (8 MByte WRAM, optional 16 MByte). Dafür glänzen die Systeme mit einer sehr hohen 2D-Performance. Auch die maximalen Bildwiederholfrequenzen, selbst bei hohen Auflösungen, sind durch den 250 MHz-RAMDAC bislang unerreicht. Diese Systeme sind daher speziell für 2D-Anwendungen aus der Finanzmathematik oder für Datenbank-Anwendungen eine gute Wahl.

Power mit Deschutes?

In die Leistungsbewertung der Systeme geht zu je 40 Prozent der Business Winstone 98 und der Highend Winstone 98 ein. Gerade der Business-Test gibt Aufschluß über die Leistungsfähigkeit eines Systems im normalen Einsatz. Hier bildet der Vobis HS XD Professional 333V mit 27,7 Punkten das Schlußlicht. Waibels IC-WSA wird mit 31,9 Punkten zum Top-Performer. Die Differenz zeigt deutlich, wie sich die Peripherie auf die Gesamtleistung des Systems auswirkt. Noch größer tritt dieser Unterschied beim Highend Winstone 98 zu Tage. Hier hebt sich der IC-WSA noch deutlicher von der Konkurrenz ab. 36,1 Punkte machen ihn auch hier zur Nummer Eins. Am Ende findet sich hier der Dell Dimension XPS D333 mit 26,4 Punkten. Die hohe Leistung verdankt der Waibel-PC der schnellen Seagate Cheetah, der Diamond Fire GL 1000 Pro mit Permedia-2-Chip und 128 MByte RAM.

Fragt sich nur, was ein ähnlich ausgestatteter Pentium-II/233-PCs zu leisten vermag. Exemplarisch bestimmte die Redaktion daher auch die Leistungen einer 233-MHz-CPU in der Pyramid Valuestation Dual 333: Mit einem 333 MHz-Prozessor kommt das System auf 30,5 Punkte beim Business Winstone 98. Mit einem Pentium-II/233 MHz ist der PC gut 1000 Mark billiger und erreicht immer noch 26,0 Punkte. Dies sind gerade mal 15 Prozent weniger. Die Leistung liegt damit sogar auf dem Niveau des Vobis-333-MHz-Rechners.

Bei Floating-Point-Tests kann sich die 333 MHz-CPU jedoch deutlich absetzen. Der Vergleich des FPU-Marks eines 233 und eines 333 MHz-Prozessors mit Werten von 1210 (233 MHz) und 1710 (333 MHz) Punkten zeigt deutliche Unterschiede. Bei Anwendungen wie 3D-Studio Max, ist ein 333-MHz-System tatsächlich auch um bis zu 50 Prozent mit dem Berechnen einer Szene fertig als ein 233-MHz-PC.

 

 

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