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Kühlung des Grafikchips

Übertakten führt zwangsläufig zu einer höheren Verlustleistung der Halbleiter. Diese wird in Form von Wärme abgegeben. Aufgrund der größeren Silizium-Fläche (Die) entsteht auf den Grafikchips eine höhere Wärmenentwicklung als auf dem Grafikspeicher. Zu beachten ist, daß die Erhöhung der Taktfrequenz einen quadratischen Anstieg der Verlustleistung zur Folge hat. Diese muß deshalb schnell abgeführt werden, da eine Überhitzung zu Instabilitäten oder gar zur Zerstörung der Chips führen kann. Eine passive Kühlung durch einen Kühlkörper ist in der Regel nicht mehr ausreichend. Ohne Lüfter sollte das Overclocking nie in Angriff genommen werden. Durch das nachträgliche Anbringen eines Lüfters auf dem Kühlkörper muß man häufig den Verlust eines PCI-Slots in Kauf nehmen, da der Platz meistens durch den Lüfter in Anspruch genommen wird. Grafikkarten, die standardmäßig mit Lüfter produziert werden, besitzen natürlich dieses Problem nicht.

Taktfrequenzen der Speicherchips

Wie im vorherigen Abschnitt schon erklärt wurde, spielt die Wärmeentwicklung bei Speicherbausteinen eine untergeordnete Rolle. Hier bestimmen die physikalischen Eigenschaften der Bauteile und das Board-Layout die Grenzen der Taktrate. Ein Anbringen von großflächigen Kühlkörpern würde diese Eigenschaften durch höhere Streukapazitäten eher verschlechtern.

Ein wichtiger Anhaltspunkt für die maximale Speicherfrequenz ist die Nanosekunden-Angabe. Der theoretische Maximalwert der Taktfrequenz ist nämlich der Kehrwert dieser Angabe. Beispielsweise sollte 8-Nanosekunden-Speicher einer Frequenz von 125 MHz standhalten. Manche Speicherproduzenten sind bei Einstufung sehr genau. Andere geben den Modulen noch 10 bis 20 Prozent Reserve. Im Klartext: Letztere können über ihrer offiziellen Maximalfrequenz betrieben werden. Welcher Speicher Reserven besitzt und welcher nicht muß man jedoch individuell ausprobieren.

Tips zum Erhöhen der Frequenzen

Eine alte Tuning-Regel ist, daß die Frequenzen von Grafikchip und Speicher nur in kleinen Schritten erhöht werden sollte. Im 2D-Modus, also bei Standard-Windows-Anwendungen vertragen die Grafikkarten oft höhere Taktfrequenzen als bei Spielen. Kein Wunder, denn Grafikchips werden erst im 3D-Spielemodus richtig belastet. Deshalb muß die Stabilität eines höheren Frequenz-Settings grundsätzlich bei Spielen getestet werden. Bei Grafikchips mit asynchron betriebenen Speicher sollte immer zuerst die Speicherfrequenz erhöht werden, erst danach die Chipfrequenz.

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